Menu

Ablauf einer Nasen­korrektur

(ästhetisch-funktionelle Septorhinoplastik SRP)

Eine Nasen-OP besteht immer aus einer Kombination mehrerer Einzelschritte. Auf unserer Webseite erklären wir beispielhaft anhand von 11 Schritten wie der Ablauf einer Nasenkorrektur sein kann. 

Bei ganz umfangreichen Eingriffen werden alle 11 Op.- Schritte oder ggf. mehr ausgeführt. Bei kleineren Eingriffen ggf. nur 3 oder 4.

Einige dieser Schritte können auch einzeln ausgeführt werden und damit ein isoliertes Ziel erreichen, wie beispielsweise nur eine Begradigung der Nasenscheidewand oder eine alleinige Verschmälerung der Nasenspitze.

Oft gibt es für jeden OP Schritt verschiedene Techniken. Zum Beispiel kann bei dem ersten OP Schritt ein offener oder geschlossener Zugang zur Nase erfolgen. 

“Viele Wege führen nach Rom”, das heißt der erfahrene Nasenchirurg muss von Fall zu Fall entscheiden, welche Technik beim jeweiligen OP Schritt sinnvoll ist und am besten angewendet werden sollte. Jeder Chirurg hat oftmals Techniken, mit denen er am Besten vertraut ist und sie deswegen am sichersten durchführen kann. 

In Abhängigkeit der bei Ihnen vorliegenden Situation und Wünsche besprechen wir mit Ihnen, welche Schritte bei Ihnen erforderlich sind und welche Techniken dabei am ehesten zur Anwendung kommen können. Wir verwenden hierzu Bildmaterial und Zeichnungen, die wir Ihnen gerne zeigen, damit Sie sich von Ihrer Nasenkorrektur ein umfassendes Bild machen können.

Wir halten es für wichtig, dass Sie sich mit diesen Details ein wenig vertraut machen, um so auch ein besseres Verständnis für die wichtigen Einzelheiten der Nachbehandlung und für die Bewertung von Risiken und Komplikationen zu haben. 

Eine umfangreiche Nasenkorrektur (ästhetisch-funktionelle Septorhinoplastik) besteht beispielhaft aus folgenden 11 Operationsschritten. Je nach Situation werden die Schritte miteinander kombiniert:

  1. Zugang (Schnittführung): meist offen, ansonsten geschlossen
  2. Nasenscheidewandkorrektur
  3. Verkleinerung der Nasenmuscheln
  4. Höckerabtragung und Verkleinerung / Absenken des Nasenrückens
  5. Begradigung einer schiefen Nase
  6. Verschmälerung der Nase und / oder Nasenpyramide
  7. Modellierung der Nasenspitze
  8. Nasenspitze in die korrekte Position bringen (anheben, absenken, kürzen, aufbauen)
  9. Nasenflügel verkleinern, verschmälern oder stabilisieren
  10. Wundverschluss der Haut und Schleimhaut
  11. Verband (Tamponaden, Schienen, Gips)

1. Schritt: Zugang (Schnittführung)

Bei einer Nasenkorrektur unterscheidet man zwischen zwei möglichen Zugangswegen. Die Operation kann entweder über einen offenen oder einen geschlossenen Zugang erfolgen. 

Für die offene Nasenkorrektur wird ein W-förmiger Schnitt am Nasensteg und ein bogenförmiger beidseits im Inneren der Nase gesetzt, so dass wir den Hautmantel der Nase anheben können und einen freien Blick auf das Behandlungsgebiet (Nasenrücken und Nasenspitze) erhalten.

Beim geschlossenen Zugang erfolgt der Schnitt im Innern der Nase, meist knapp hinter den Flügelknorpeln und / oder an der Vorderkante der Nasenscheidewand. Hiermit kann man den Nasenrücken z.B. durch Feilen glätten oder die Nasenscheidewand bearbeiten. 

Für komplexere feinere Arbeiten am Nasenrücken oder an der Nasenspitze ist dieser Zugang unserer Erfahrung nach nicht so gut geeignet.

2. Schritt: Nasenscheidewand­korrektur / Begradigung der Nasenscheidewand

Die Nasenscheidewand ist die Trennwand zwischen der rechten und linken Nasenhaupthöhle und muss begradigt werden, wenn der Schiefstand oder ein Knick den Luftstrom durch die Nase behindert und somit die Atmung beeinträchtigt.

Eine Begradigung ist auch ohne Behinderung der Atmung bei der Begradigung einer Schiefnase notwendig und ist dann ein Teilschritt der Begradigung der ganzen Nase. (Siehe Schritt 5).

Folgende Techniken können beispielsweise für die Begradigung der Nasenscheidewand eingesetzt werden: Ritztechnik, swinging- door, extracorporale Septumplastik, Teilresektion. In seltenen Fällen wird die gesamte schiefe Nasenscheidewand herausgenommen und außerhalb begradigt, stabilisiert und dann wieder in der Mitte eingesetzt. Alle Techniken haben das Ziel den gebogenen atemwegsbehindernden Knorpel und Knochen zu begradigen oder zu entfernen und damit die Luftwege von Hindernissen zu befreien.

3. Schritt: Verkleinerung der Nasenmuscheln

Die Nasenmuscheln können verdickt sein und hierdurch den Luftstrom am Eingang der Nase behindern. Zur Verkleinerung der Nasenmuscheln gibt es verschiedene Techniken:

  • Muschelplastik: Der untere Teil der Muschel wird in einem chirurgischen Eingriff entfernt
  • Muschelkaustik: Die untere Nasenmuschel wird ein- oder beidseitig durch Strom verödet

4. Schritt: Höckerabtragung und Verkleinerung / Absenken des Nasenrückens

Der Höcker und der Nasenrücken bestehen oben aus Knochen und weiter unten aus Knorpel. Zur Entfernung des Höckers und Verkleinerung / Absenkung des Nasenrückens gibt es verschiedene Techniken. Der Höcker kann abgefeilt, schrittweise verkleinert, in einem Stück abgeschlagen oder unter Erhaltung des Nasendaches (Push Down Technik) abgesenkt werden.

Feilen:

Bei ganz geringer Ausprägung des Höckers, kann dieser gegebenenfalls einfach nur abgefeilt werden. Wenn der Nasenrücken nicht zu hoch ist und das Profil harmonisch ist, muss kein weiterer Schritt durchgeführt werden, d.h. der Nasenbruch und der Gips sind dann nicht notwendig. 

Die Entfernung des Höckers durch einfaches Abfeilen hat Grenzen, dazu gehören größere Höcker und Nasen, bei denen der Nasenrücken zur Erreichung des harmonischen Profils zusätzlich noch abgesenkt werden muss. Denn je mehr vom Höcker und vom Nasenrücken abgetragen wird, desto mehr  verbreitert sich die Nasenpyramide. Denn wenn immer mehr gefeilt oder abgetragen wird, wird das Nasendach damit geöffnet und letztlich komplett zerstört, so dass das sogenannte „offene Nasendach“ (open roof) entsteht.

Abtragung von Knochen und Knorpel:

Hierbei wird so viel vom Nasenrücken abgetragen, bis ein harmonisches Profil entstanden ist. Meistens wird das Nasendach hierbei weitgehend zerstört. Um das offene Nasendach wieder zu schließen bzw. zu rekonstruieren, werden viele Techniken verwendet, wie beispielsweise “ Spreizknorpel einsetzen, Knorpelchips, Auflegen von Muskelfaszie (eigene oder Fremdmaterial), Zurückverpflanzung des abgetragenen Höckers uvm.   

Diese Techniken sind aufwendig und führen manchmal wieder zu anderen Problemen, z.B. Verbreiterung des Nasenrückens oder sichtbare Unregelmäßigkeiten der Haut u.a.

Technik zum Erhalt des Nasenrückens (push down, let down)

Hierbei wir das Nasendach zur Verkleinerung der Nase nicht abgetragen sondern die ganze Nasenpyramide „einfach“ ein paar Millimeter tiefer gelegt bzw. durch sanften Druck nach innen verlagert. (push down Technik). 

Entsprechend der gewünschten mm- und Form der Absenkung wird erst ein Stück Nasenscheidewand meistens oben entfernt. Ggf. wird der Höcker etwas abgefeilt um die Wölbung zu verringern. Dann wird der Nasenknochen rundum ähnlich wie bei der „alten Methode“ gebrochen bzw. geöffnet, die Nasenknochen werden an der Basis  etwas zusammengedrückt, dann kann die ganze Nase ein paar mm nach innen rutschen, bis sie wieder auf der zuvor abgesenkten Oberkante der Nasenscheidewand aufsetzt, die auch das Ergebnis stabilisiert und das neue Profil des Nasenrückens bestimmt.

Über die weiteren Vorteile der Push Down Technik können Sie sich bei Geschichte der Nasenchirurgie informieren. 

5. Schritt: Begradigung einer Schiefnase

Die Nase kann angeboren oder durch einen Unfall schief bzw. unsymmetrisch sein. Man unterscheidet zwischen verschiedene Formen der Deformierung, es gibt z.B. die C-form, S-Form oder Schräg-Form. Eine vollständige hundertprozentige Begradigung einer Schiefnase ist oft jedoch kaum möglich. 

Folgendes Beispiel soll es veranschaulichen:

Es ist theoretisch einfacher den „schiefen Turm von Pisa“ gerade zu stellen, weil er an sich ein gerader Turm ist,  als eine Banane zu begradigen, die gebogen ist. Beim Versuch sie zu begradigen würde sie kaputt gehen oder brechen.

Eine Schiefnase kann wie eine Banane in allen Teilen schief und gebogen sein (Knochen, Knorpel, Scheidewand und Nasenspitze). 

Es gibt oft eine kurze und eine längere Seite. 

Je nachdem wo die Biegung oder der Knick ist, wird versucht durch die Präparation der anatomischen Strukturen die Symmetrie wieder herzustellen. Bei einer Septorhinoplastik erfolgt die Begradigung der äußeren Nase nachdem die Nasenknochen mobilisiert, das heißt gelöst bzw. gebrochen wurden und nachdem die Nasenscheidewand gelöst und ebenfalls begradigt wurde (Siehe Schritt 2) Zur Begradigung einer schiefen Nasenspitze müssen ggf. die Flügelknorpel getrennt und symmetrisch wieder zusammengefügt werden (Schritt 7).

6. Schritt: Verschmälerung der Nase und/oder Nasenpyramide

Die Nase kann an vier unterschiedlichen Bereichen verbreitert sein:

a. an der Basis des Nasenrückens, wie bei asiatischen Nasen häufig.

b. am Nasendach. Das kann ggf. störend beim Tragen einer Brille sein.

c. an der Nasenspitze, wie bei einer „knolligen“ Nasenspitze.

d. an den Nasenflügel, wie bei afrikanischen Nasen häufig.

Ablauf der Korrektur einer zu breiten Nase:

a. Die Verschmälerung an der Basis der Nase erfolgt, nachdem die Nasenbeine gelöst wurden durch ein Zusammendrücken an der Basis.

b. Die Verschmälerung „oben“ am Nasenrücken erfolgt durch das Heraustrennen eines mittleren Gewebestreifens oder durch die Abtragung des Nasendaches mit anschließendem Verschluss des neuen schmaleren Nasendaches.

c. Den Ablauf der Verschmälerung der Nasenspitze können Sie beim 7. OP Schritt nachlesen.

d. Die Informationen zur Verschmälerung der Nasenflügel finden sie beim 10. OP Schritt.

7. Schritt: Modellierung der Nasenspitze

Die Form der Nasenspitze wird durch die Form der darunterliegenden Flügelknorpel gebildet und kann unförmig sein, sodass sie „knollig“ oder breit ist. In einigen Fällen ist sie auch zu schmal, schief oder hat eine Spalte zwischen den beiden Spitzen der Flügelknorpel. Eine ästhetische Nasenspitze sollte definiert sein. Idealerweise sind die Spitzen der beiden Flügelknorpel durch eine nicht zu dicke Haut gerade ein wenig erkennbar, nicht zu breit und in einem idealen Abstand von ca. 3-4 mm zueinander.

Es gibt eine Vielzahl von Techniken zur Modellierung der Flügelknorpel und deren Spitze. Zur Verschmälerung der Nasenspitze kann zum Beispiel folgende Technik verwendet werden:

Kleine Dreiecke werden aus der Nasenspitze entfernt und die Spitzen annähernd vernäht. Hierdurch werden die Spitzen verschmälert, die Winkel der seitlichen Flügelknorpel zu den mittleren verändert und somit die ganze Nasenspitze schmaler gemacht. Die Haut lässt sich hingegen nicht wesentlich verändern. Bei dicker unelastischer und talgdrüsenreicher Haut ist es schwieriger oder in manchen Fällen unmöglich eine „schöne“ definierte Nasenspitze zu erreichen.

8. Schritt: Nasenspitze in die korrekte Position bringen:

(Anheben, Absenken, Kürzen oder Aufbauen, Begradigen)

Die Position und Höhe der Nasenspitze ist für das Ergebnis eines harmonischen Nasenprofils sehr wichtig. Folgende Beispiele sollen das verdeutlichen. 

1. Die Nasenspitze ist zu tief, daraus resultiert eine Langnase bzw. eine hängende Nasenspitze (umgangsprachlich "Hexennase" genannt). 

2. Die Position der Nasenspitze ist zu hoch, daraus ergibt sich eine „Schweinchennase“, d.h. man sieht von vorne direkt in die Nasenlöcher (Steckdosennase). 

Im ersten Fall erfolgt die Nasenspitzenkorrektur durch die Verschiebung der Flügelknorpel nach oben. Hierdurch wird die Nase gekürzt. Zusätzlich muss die Nasenspitze in Ihrer neuen Position stabilisiert werden um ein späteres Absinken zu vermeiden.

3. Die Nasenspitze ragt zu weit heraus, es entsteht eine “Pinocchio Nase”.

Eine herausragende Nasenspitze wird korrigiert, indem ein Stück aus den Flügelknorpeln entfernt wird und die beiden Enden vernäht werden.

4. In seltenen Fällen ist die Nasenspitze zu “kurz”. Hierdurch entsteht ein unproportionales Profil (häufig bei asiatischen Nasen) 

Die zu kurze Nasenspitze kann verlängert werden, indem die seitlichen Flügelknorpel zur Mitte hin verlagert werden. Hierdurch erhöht sich die Nasenspitze. Zur Erhöhung der Nasenspitze kann auch ein Knorpeltransplantat aufgelegt werden.

5. Die Nasenspitze ist schief. Eine Korrektur kann erfolgen, indem die Flügelknorpel getrennt werden und anschließend in mittiger Position wieder miteinander vereinigt werden.

9. Schritt: Nasenflügel verkleinern, verschmälern oder stabilisieren

Durch wulstige, gewölbte Nasenflügel kann die Nase in diesem Bereich auch unförmig wirken. Gehäuft finden sich überbreite Nasenflügel bei afrikanischen Nasen.

Die Verschmälerung erfolgt durch Entfernung eines Hautstreifens aus dem Nasenflügel (in der Nähe zur Wange). Wird der Schnitt bis in die Nasenöffnung gelegt, können auch die Nasenöffnungen, d.h. Nasenlöcher verkleinert werden.

Manchmal müssen die Nasenflügel stabilisiert werden um zu vermeiden dass sie sich beim Einatmen ansaugen oder dass sie sich durch Vernarbung verkürzen. In dieser Situation wird ein streichholzartiges Knorpeltransplantat in die Nähe des freien Randes des Nasenflügels eingesetzt.

10. Schritt: Wundverschluss der Haut und Schleimhaut 

Am Ende der OP wird die Haut und Schleimhaut mit sehr dünnem kaum sichtbaren Faden genäht. Bei der Verwendung von selbstauflösenden Fäden ist der Fadenzug nicht notwendig.

11. Schritt: Verband (Tapeverband, Tamponaden, Schienen, Gips)

Je nachdem welche OP Schritten durchgeführt werden und auch abhängig vom Einzelfall, ergibt sich die Notwendigkeit des Verbands. 

Tapeverband

Die Haut am Nasenrücken und an der Nasenspitze wird mit dünnen Pflasterstreifen abgeklebt. Hierdurch entsteht ein geringer Druck, der die Schwellung und Blutergüsse etwas vermindern kann.

Tamponaden 

Tamponaden bestehen aus Latexgummi, so wie z.B. Gummihandschuhe auch, und sollen in der Nasenhöhle durch Druck auf die Schleimhäute eine Blutung nach der Nasenoperation verhindern. Sie drücken die gelösten Schleimhäute an den Knorpel der Nasenscheidewand an, damit in den Hohlräumen keine Ansammlungen von Sekret und Blut verbleiben, die sich später durch Bakterien infizieren könnten (Septumabszess). Anstelle der Tamponaden können auch Nähte gelegt werden, die wie bei einer Matratze den Stoff zusammendrücken. 

Schienen

Schienen sollen verhindern, dass die Schleimhäute, die oft bei der Präparation im Inneren der Nase leicht bluten und verletzt werden, miteinander verkleben. Verklebt beispielsweise eine kleine Wunde der Nasenscheidewand mit einer kleinen Stelle gegenüber an der Nasenmuschel wächst dies dauerhaft zusammen und kann die Atmung deutlich behindern (Synechie). Diese Schiene bleibt 1-2 Wochen, bis im Inneren des Nase alles abgeheilt ist. Die Schienen beeinträchtigen leider die Atmung etwas. Deswegen gibt es auch Schienen mit einem eingebauten Atemröhrchen, welches aber durch eingetrocknetes Sekret oft verstopft. 

Gips, Fixierung

Nachdem die Nase möglichst perfekt eingestellt ist - sei es von der Höhe des Nasenrückens als auch der Symmetrie - soll sie sich in der Heilungsphase nicht verschieben oder bewegen. Deswegen ist ein Gips erforderlich. Um eine noch sicherere Stabilisierung zu bekommen, können ggf bei ausgeprägten Schiefnasen auch kleine Drahtstifte (K- Drähte) eingebracht werden,die die gebrochene Nase noch besser fixieren als ein Gipsverband oder Aluschienen.

Kontakt

Haben Sie weitere Fragen zu den Einzelschritten einer Nasenkorrektur und welche Schritte in Ihrem Fall angewendet werden müssen? Rufen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns über unser Kontaktformular. Herr Dr. Blesse und sein Team werden sich gerne um Ihre Fragen kümmern.

Rufen Sie uns an

Wir sind erreichbar unter:

0521 940 240 03