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Risiken einer Nasenoperation

Die Nasenkorrektur ist ein weitreichender und umfangreicher Eingriff, dessen Risiken und Komplikationsmöglichkeiten nicht unterschätzt werden sollten, denn es ist der Eingriff, der unter allen „Schönheitsoperationen“ am häufigsten unbefriedigende Ergebnisse bzw. unzufriedene Patienten hervorbringt. Beispiele aus Freundes- und Bekanntenkreis und bei Prominenten sind ggf. bekannt. Trotzdem ist es einer der am häufigsten durchgeführten ästhetisch motivierten Eingriffe, weil meistens gute Ergebnisse entstehen und damit glückliche und zufriedene Patienten.

Es ist uns wichtig, dass die Patienten die Einzelheiten der geplante Nasenkorrektur möglichst gut nachvollziehen können, damit auch die Risiken des Eingriffs gut verstanden und in ihrer Reichweite beurteilt werden kann.

Nachfolgend erklären wir deswegen:

  1. Warum kommt es relativ häufig zu unbefriedigenden Ergebnissen?
  2. Welche Komplikationen können im Einzelnen vorkommen und welche Möglichkeit gibt es die Komplikationen zu behandeln?
  3. Allgemeine Risiken und Gegenanzeigen, d.h. wann nicht operiert werden sollte

1. Warum kommt es häufig zu unbefriedigenden Ergebnissen?

Folgende Punkte a-e sind Gründe für unbefriedigende Ergebnisse und warum es ggf. anders aussehen kann als auf der Computersimulation.

a. Technische Fehler: z.B. zu viel Knorpel oder Knochen entfernt, oder

b. falsche Indikation: d.h. die angewandte Technik bzw. die Operation an sich war nicht geeignet das Problem zu beheben bzw. das Ziel zu erreichen.

In beiden Fällen ist meistens mangelnde Routine oder Erfahrung des Operateurs eine mögliche Ursache.

c. Schicksalhafte Komplikation: z.B. Infektion, Absterben von Stützgewebe oder Transplantaten oder Nachblutung können das Ergebnis verändern oder deutlich verschlechtern.

d. Unkontrollierte Heilung: Ist die häufigste Ursache und beruht auf unvorhersehbarer Veränderung der Gewebe (Haut, Schleimhaut, Knorpel, Knochen) in der Heilungsphase. Ein paar Beispiele sollen dieses Problem näher erläutern:

  • durch vermehrte, unkontrollierte Narbenbildung kann der gesamte Hautmantel verdicken und dadurch unförmig aussehen. Das gilt besonders für Nasenspitze und Nasenrücken.
  • Die Nasenspitze kann sich wieder absenken, wodurch die Nase wieder länger aussieht.
  • Die gelösten Strukturen wie z.B. Nasenbeine, Nasenscheidewand und verpflanzte Knorpel sind in den ersten Wochen trotz Gipsschiene noch beweglich und können durch Eigenspannung, Narbenzug oder durch die Gesichtsmuskeln verrutschen oder verbiegen.

e. Schwierige Ausgangslage: Je nach Ausgangssituation ist es manchmal einfacher und manchmal schwieriger ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Eine einfache Ausgangslage ist z.B.:

  • eine nicht zu dicke oder zu dünne Haut
  • keine Voroperationen
  • keine extrem ausgeprägte Deformität
  • kein Schiefstand der Nase und eine gerade Nasenscheidewand

f. Abweichung des Ergebnis von den eigenen Vorstellungen: Auch wenn keine Komplikationen eintritt, kann es sein, dass das Ergebnis nicht zu Ihren Vorstellungen und Erwartungen passt. Das ist selten, aber eine schwierige Situation, weil eine Korrektur auch ggf. keine Besserung ergibt.


2. Welche Komplikationen können vorkommen und wo?

  1. Nasenrücken
  2. Nasenspitze
  3. Nasenflügel
  4. Schiefnase
  5. Haut und Narben
  6. Innere Nase
  7. Angrenzende Strukturen
  8. Transplantatabstoßung

Auf der Seite Nasennachkorrekturen können Sie sich detaillierter informieren wie eine Korrektur OP im Falle einer eingetreten Komplikation verlaufen kann.


1. Nasenrücken

1a) Am Nasenrücken bei der Methode mit Entfernung des Nasendaches:

Tastbare Knochenkanten und Unregelmäßigkeiten, insbesondere bei dünner Haut. Durch die Entfernung bzw. Abtragung des Nasendaches entsteht eine Öffnung, die Komplikationen nach sich ziehen kann. Das sog. „offene Dach“ und „umgekehrtes V“ sind Beispiele. Bei der Verwendung von sog. Spreizknorpeln (Spreader graft oder flap) kann ggf. der Nasenrücken zu breit sein bzw. breiter als zuvor.

1b) Resthöcker bei der Methode mit Erhalt des Nasendaches (push down)

Die zuvor genannten Komplikationen treten bei der „push down“ Technik deutlich weniger oder gar nicht auf, da am Nasendach nicht so viel Gewebe weggenommen werden muss. Besteht ein ausgeprägter Höcker, kann es sein, dass ein Teil davon nachher noch sichtbar ist, weil der Nasenrücken nicht abgetrennt wird, sondern abgesenkt und verlagert wird. Wenn das stört, kann in einer kleineren Korrektur der Resthöcker ggf. abgefeilt werden. Der „Vorteil“ einer evtl. verbleibenden kleinen Erhebung am Nasenrücken ist bei Männern, dass hierdurch die Nase weiterhin den männlichen Typ unterstreicht. Bei Frauen, dass die Nase nicht künstlich oder operiert aussieht.


2. Nasenspitze: zu tief, zu hoch, Projektion, schief, undefiniert, Steifigkeit

Papageienschnabel (engl.:polly beak deformity)
Die Nasenspitze kann auch wenn sie eine optimale Position hat, mit der Zeit wieder nach unten absinken, so dass sie unter dem Niveau des Nasenrückens liegt (Papageienschnabel). Eine weitere Ursache ist eine ungenügende Entfernung der oben herausragenden Nasenscheidewand, die dann das Profil des Schnabels bildet. Auch verstärkte Narbenbildung in der „supra Tip Region“ kann zu einem bogenförmigen Profil führen. Die Korrektur erfolgt je nach Ursache meistens mit einer Offenen Rhinoplastik.

Narbenbildung in der „supra Tip Region“: Auch wenn am Ende der Nasenoperation ein optimales Profil hergestellt wurde, kann es sein, dass durch zu starke Narbenbildung das Profil nicht mehr optimal ist.

Eindellung am sog. „weichen Dreieck“: Der kleine Bereich oberhalb der Nasenöffnung wird das „weiche Dreieck“ genannt, da hier hinter der Haut kein Knorpelgewebe die Haut unterstützt. Durch Vernarbungen kann es hier zu kleinen Eindellungen kommen. Wenn erforderlich wird dieser Bereich bei der OP oder bei einer Korrektur mir Gewebe unterfüttert.

Steifigkeit: Um zu verhindern, dass die Nasenspitze wieder absinkt, werden die Flügelknorpel durch Nähte und stabilisierende Knorpelstücke stabilisiert. Hierdurch kann eine Steifigkeit der Nasenspitze entstehen, die ggf. stört oder ungewohnt ist.


3. Nasenflügel: Kollabieren beim Einatmen

Wenn die Flügelknorpel zu sehr verkleinert wurden, kann die Stabilität verloren gehen und Nasenflügel werden beim Einatmen angesaugt. Um das zu verhindern, vorzubeugen oder zu beseitigen werden die Flügelknorpel ausreichend stabilisiert.


4. Schiefnase:

Die vollständige Begradigung einer schiefen Nase ist nur in sehr seltenen Fällen möglich. Folgendes Beispiel soll dies verbildlichen:

Es ist theoretisch einfacher den schiefen Turm von Pisa gerade zu stellen, weil er an sich ein gerader Turm ist, als eine Banane zu begradigen, die gebogen ist. Beim Versuch sie zu begradigen würde sie kaputt gehen oder brechen. 

Eine schiefe Nase kann wie eine Banane in allen Bereichen schief und gebogen sein (Knochen, Knorpel, Nasenscheidewand und Nasenspitze).

In den meisten Fällen gibt es eine kurze und eine lange Seite. Je nachdem wo sich die Biegung oder der Knick befindet, wird versucht durch die Präparation der anatomischen Strukturen die Symmetrie wiederherzustellen.

Die Begradigung erfolgt nachdem die Nasenscheidewand gelöst wurde und nachdem die Nasenknochen mobilisiert, das heißt gelöst bzw. gebrochen wurde.

Zur Begradigung der Nasenspitze müssen ggf. die Flügelknorpel getrennt und symmetrisch wieder zusammengefügt werden.

4a) die Nase wird wieder schief oder nicht zu 100% gerade:

Eine bereits erfolgreich korrigierter Schiefstand von Nase und Nasenscheidewand kann sich im Laufe der Heilung erneut einstellen oder letztlich nicht zu 100% beseitigt sein.

4b) Schiefnase erst nach der Operation:

Auch eine vorher gerade Nase kann nach der Operation schief werden. Ursache ist beispielsweise ein Zug der mimischen Muskulatur am noch unverheilten Knochen bei ggf. unzureichender Fixierung oder ein Verrutschen der Knochen und oder der Nasenscheidewand nach der Operation.


5. Komplikationen und Probleme mit der Haut:

5a) Narben durch die nötigen Hautschnitte

Die Narben nach einer Nasenoperation liegen vor allem im Naseninneren. Beim offenen Zugang entsteht eine kleine Narbe am Nasensteg, die man bei sorgfältiger Nahttechnik fast nicht sieht. Ebenso wie auch kleinste Narben seitlich am Nasenrücken, die bei einer Nasenverschmälerung notwendig werden können, praktisch nicht sichtbar sind. Bei einer Verschmälerung der Nasenflügel, befinden sich die Narben seitlich am Nasenflügel und sind in der Regel hier kaum sichtbar. Bei grobporiger Haut kann hier die Vernarbung auch im Einzelfall nicht optimal sein.

5b) Narben auf Nasenrücken und / oder Nasenspitze durch Druckstellen/ Infektionen

Insbesondere bei sehr dünner Haut und Voroperationen kann es zu Druckstellen bzw. Rötungen der Haut unter dem Gipsverband kommen. Diese heilen meist sehr schnell ab. In Ausnahmefällen kann aber die Haut auch dauerhaft geschädigt sein, z.B. bei Infektionen der Haut und es verbleiben ggf. Rötungen oder auch Narben.

5c) lang andauernde Schwellung:

Die Haut an Nasenspitze und Nasenrücken kann sehr lange geschwollen sein und deswegen sieht die Nase ggf. unförmig aus. Die Hautdicke eines Patienten spielt bei der Frage, wie lange die Nase nach der Operation geschwollen ist, eine große Rolle. Eine sehr dünne Haut am Nasenrücken hat den Vorteil, dass Schwellungen in der Regel sehr schnell abklingen. Bei einer sehr dicken Haut hingegen, hält die Schwellung deutlich länger. Außerdem ist bei dicker Haut ggf. die bei einer Verkleinerung der Nase nötige Schrumpfung nicht ausreichend.


6. Innere Nase

6a) Atembeschwerden als Folge einer Nasenkorrektur

6b) Nachblutung: ist sehr selten(<0,5%) und häufiger nach einer Verkleinerung der gut durchbluteten Nasenmuscheln. Sie hört meistens spontan durch Kühlung und Hochlagerung der Kopfes auf. Selten kann eine Notfallbehandlung mit Blutstillung und Ausstopfung der Nase notwendig sein.

6c) Septumhämatom (Hämatom in der Nasenscheidewand): Das Blut hat sich zwischen Nasescheidewand und Schleimhaut angesammelt. Evtl. muss der Bluterguss durch eine erneute OP entfernt werden, um zu verhindern, dass sich ein Septumabszess bildet.

6d) Septumabszess: (< 0,5%) Aus dem Bluterguss kann sich ein Abszess, d.h. eine Infektion durch Bakterien entwickeln. Der Abszess muss dann schnell ausgeräumt werden, ansonsten kann Gewebe und Knorpel absterben.

6e) erneuter Schiefstand der Nasenscheidewand: Die Nasenscheidewand kann sich im Laufe der Heilung durch Narben oder Wegrutschen aus der gewünschten Position wieder verbiegen.

6f) Septumperforation (Loch in der Nasenscheidewand): In der Nasenscheidewand kann ein Loch entstehen mit der Folge eines pfeifenden Atemgeräusches, einer verstärkten Borkenbildung und wiederholtem Nasenbluten. Nicht immer lassen sich durch eine Nachoperation diese unangenehmen Folgen beseitigen.

6g) Infektion der Nasennebenhöhlen, Sinusitis: Bei unzureichender Belüftung der Nasennebenhöhlen (Schwellung, Silikonschienen) kann es zu Entzündungen der Nasennebenhöhlen  kommen. In Einzelfällen treten lokale Infektionen auf, die eventuell mit Antibiotika oder einer Nachoperation behandelt werden müssen.

6h) Syndrom der leeren Nase (empty nose syndrom): Bei übermässiger Entfernung der Nasenmuscheln. Kann der Luftstrom gestört sein, was u.a. zur Austrocknung der Schleimhaut, Borkenbildung und anderen Störungen führen kann. 

6i)  Probleme durch Mundatmung: Durch die Tamponade und durch die Schwellung ist die normale Nasenatmung anfangs nicht möglich. Als Folge der dann vermehrten Mundatmung können Halsschmerzen auftreten. Sind die Nasennebenhöhlen unzureichend belüftet, kann sich hier eine Entzündung entwickeln.

7. Angrenzende Strukturen

(Tränenkanal, Schädelbasis, Nerven, Riechnerv)

Äußerst selten sind auch Verletzungen anderer Strukturen. Dazu gehören Verletzungen des Tränenkanals mit nachfolgendem Augentränen, der Riechnerven, eines Gefühlsnervs mit nachfolgendem Pelzigkeitsgefühl der Wange, der Schädelbasis mit Austritt von Hirnwasser aus der Nase und der Gefahr einer aufsteigenden Infektion. In diesem Fall ist eine weitere Operation erforderlich. 

8. Transplantatabstoßung

Für den Aufbau des Nasenrückens, der Nasenspitze und ggf. der Nasenflügel wird körpereigener Knorpelgewebe verwendet. Auch dieses kann zum Teil spontan (extrem selten)  oder häufiger nach Infektionen abgebaut werden.

Kontakt

Eine Nasenoperation ist mit Risiken verbunden, über die wir Sie gerne ausführlich informieren. Dr. Blesse hat über 30 Jahre Erfahrung in der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie und ist auf das Fachgebiet der Nasenchirugie spezialisiert. Er berät Sie gerne persönlich mit seinem Team in Bielefeld zu Ihrem individuellen Fall.

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